Fahrbericht

- Foto: BMW/mid
Motorrad BMW F 800 GS und F 650 GS - Neu auf allen Wegen
26.02.2008
Gleich zweifach neu belebt BMW die Mittelklasse der Enduros. Während die 9 640 Euro teure F 800 GS als vollwertige Reiseenduro für Erfahrene daher kommt, bietet sich die 7 600 Euro teure F 650 GS als unkompliziertes Ein- und Wiedereinsteigermotorrad an.
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Auf Schotterpisten und in mittelschwerem Gelände macht die 800er eine ausgesprochen gute Figur, lässt sich selbst von unerfahrenen Piloten sicher über loses Geläuf treiben. Ungeübte stört der etwas harsche Gaseinsatz samt Lastwechselreaktionen in den unteren Gängen etwas, doch stellt dies kein wirkliches Problem dar. Doch auch asphaltlastige Fahrer kommen mit der F 800 GS voll auf ihre Kosten. Neben den oben beschriebenen Reisequalitäten verfügt die GS über ein hohes Straßenpotenzial, das sie zum veritablen Landstraßenjäger macht. Ihr druck- und drehfreudiger Motor liefert verlässlichen Vortrieb, das in der Grundabstimmung komfortabel ausgelegte Fahrwerk toleriert eine flotte Gangart, gegebenenfalls lässt sich das Federbein straffer justieren. Bodenunebenheiten oder derbe Schlaglöcher verarbeitet das Fahrwerk klaglos, die kleine GS hält ihre Spur problemlos und gibt sich nicht unhandlich.
Hinreichend kräftig gehen die beiden Bremsscheiben im Vorderrad zu Werke, optional und empfehlenswerterweise mit ABS für 710 Euro ausrüstbar. Sportliche Naturen wünschen sich eventuell auf der Landstraße mehr Biss, doch angesichts der guten Geländeeignung ist die defensive Ausrichtung in Ordnung. Schließlich ist ein schnell blockierendes Vorderrad auf losem Untergrund nicht gerade förderlich fürs Wohlbefinden.
Einen anderen Weg schlägt sie F 650 GS ein, wobei ihre Bezeichnung in die Irre führt: Sie ist mit dem gleichen 798 ccm großen Reihenzweizylinder wie die 800er ausgerüstet, der allerdings in der Leistung auf 52 kW/71 PS und beim Drehmoment auf 75 Nm gedrosselt wurde. Deshalb kann diese auch Normalbenzin vertragen, während die 800er Superbenzin benötigt. Des Weiteren zeigt sich ihre Verkleidung im zurückhaltenden Straßen-Look mit einem kleinen, wenig Schutz bietenden Windschild. Leichtmetallgussräder senken gemeinsam mit einfacheren Federelementen und weniger Federweg die Sitzhöhe auf vertrauenschaffende 82 Zentimeter, als Sonderausstattung gibt es einen Tieferlegungssatz auf 79 Zentimeter. Damit finden selbst Kurzbeinige stets einen festen beidbeinigen Stand.
Angesichts der geringeren Motorleistung und Endgeschwindigkeit von maximal 189 km/h genügt eine Bremsscheibe im Vorderrad, die wie bei der 800er defensiv ausgelegt und gegen Zahlung von 710 Euro mit dem empfehlenswerten ABS aufrüstbar ist. Auch für die 650er gibt es ein pralles Zubehörpaket mit allem, was Reisetauglichkeit, Ergonomie und Sicherheit verbessert. Konzeptionell fungiert die F 650 GS daher als straßenorientierter Allrounder für Ein-, Auf- und Wiederaufsteiger zum vergleichsweise günstigen Preis von 7 800 Euro. Damit wäre auch die ungewöhnliche Bezeichnung erklärt: BMW hofft auf ein nahtloses Anknüpfen an die Geschichte der einzylindrigen Funduro F 650 GS, die mit der gleichen Idee vor einigen Jahren zu enormer Beliebtheit gelangte. Thilo Kozik/mid
Teststeno BMW F 800 GS:
Reiseenduro mit flüssigkeitsgekühltem Zweizylinder-Reihenmotor, vier Ventile pro Zylinder, 798 ccm Hubraum, Leistung 63 kW/85 PS bei 7 500 U/min, max. Drehmoment 83 Nm bei 5 750 U/min, Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h, elektronische Einspritzung, geregelter Kat, sechs Gänge, Gitterrohrrahmen, Upside-Down-Telegabel, Aluminium-Zweiarmschwinge mit Zentralfederbein, Sitzhöhe 88 cm, Tankinhalt 16 Liter, Leergewicht 207 kg, Zuladung 236 kg, ABS optional für 710 Euro; Preis: 9 640 Euro zzgl. Liefernebenkosten.
Teststeno BMW F 650 GS:
Allrounder mit flüssigkeitsgekühltem Zweizylinder-Reihenmotor, vier Ventile pro Zylinder, 798 ccm Hubraum, Leistung 52 kW/71 PS bei 7 000 U/min, max. Drehmoment 75 Nm bei 4 500 U/min, Höchstgeschwindigkeit 189 km/h, elektronische Einspritzung, geregelter Kat, sechs Gänge, Gitterrohrrahmen, Telegabel, Aluminium-Zweiarmschwinge mit Zentralfederbein, Sitzhöhe 82 cm, Tankinhalt 16 Liter, Leergewicht 199 kg, Zuladung 237 kg, ABS optional für 710 Euro; Preis: 7 640 Euro zzgl. Liefernebenkosten.
schrieb am 16.04.2008 18:19
Ich habe die neue F 650 GS gefahren. Wie ihre Vorgängerin, eine äusserst leicht zu fahrende Maschine. Nachteil. der Sozius rutsch nach vorne was bei der alten F 650 GS wesentlich besser war. Ingesamt fahre ich lieber die als 650 GS auch wenn sie weniger PS hat. Auch optisch gefällt mir diese wesentlich besser




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