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Fahrbericht

 Black is beautiful
Harley-Davidson

Harley Davidson Sportster Iron 883 Black is beautiful

01.07.2009

Schwarzmalerei muss nichts negatives sein. Das beweist die Harley-Davidson Iron 883, die über mehr schwarz lackierte Teile verfügt als alle anderen Maschinen der amerikanischen Zweiradschmiede - und die sich gerade deshalb sehen lassen kann.


Schwarzmalerei muss nichts negatives sein. Das beweist die Harley-Davidson Iron 883, die über mehr schwarz lackierte Teile verfügt als alle anderen Maschinen der amerikanischen Zweiradschmiede - und die sich gerade deshalb sehen lassen kann. Der Preis der Sportster liegt bei 7 990 Euro.
Mit der schnörkellos-ehrlichen Iron 883 spricht Harley-Davidson alle "Dark Custom"-Freunde an, die Spaß am düsteren Styling haben. Mit dieser Linie hatte das Traditionsunternehmen aus Milwaukee schon in der Vergangenheit ein glückliches Händchen, wie die 1200 Nightster oder die Night Train beweisen. Auch hier dominieren schwarze, leider aber recht kratzempfindliche Lackierungen, die eben nun auch der Iron 883 zuteil werden. Ob Räder, Rahmen oder Motor: Schwarze Teile geben den Ton an. Selbst die verchromte Gabel wird zum Teil von schwarzen Faltenbälgen verhüllt. Einzig die Lampe und die rechts verbaute Auspuffanlage dürfen in der Sonne funkeln.
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Da der Rest der Maschine so düster daherkommt, fallen diese hellen Flecken natürlich um so mehr auf. Für die Iron 883 sprechen indes noch andere Gründe, stellt die schwarze Harley doch einen durchaus erschwinglichen Einstieg in die Welt der US-amerikanischen Bikes dar. Mit knapp 8 000 Euro liegt die Iron exakt 200 Euro über der Standardvariante der 883.
Der 883 Kubikzentimeter große V-Twin leistet 39 kW/53 PS und überträgt seine Kraft via Zahnriemen ans Hinterrad. Der schwarze, pulverbeschichtete XL Evolution Motor wird von einer elektronischen Einspritzung befeuert und lädt mit der eher flachen Drehmomentkurve - maximal 70 Nm sind es bei 3 750 Touren - mehr zum entspannten Cruisen denn zur Hatz auf der Autobahn ein. Ohnedies sorgen die feinen Vibrationen spätestens ab Dauertempo 130 für kribbelnde Füße. Und das, obwohl der Motor schwingungsentkoppelt ist. Ungeachtet des kleinsten Hubraums im Harley-Programm ist die Iron aber eine echte Vertreterin ihrer Marke. Herb und charakterstark hängt der luftgekühlte Twin am Gas, während der sonore Sound ein steter Begleiter ist. Es gibt nicht mehr viele Motorräder, die derart lebendig sein dürfen.
Die maximal möglichen 170 km/h sind denn auch mehr ein theoretischer Wert - die Iron erzieht alleine schon wegen des sehr straffen Fahrwerks rasch zu einer genussorientierten Gangart, was gleichzeitig den Verbrauch im Rahmen hält. Dieser liegt mit 5,3 Litern Super auf 100 Kilometer fern aller Kritik und erlaubt in Kombination mit dem zierlichen 12,5-Liter-Tank Etappen von rund 230 Kilometern.
Reduktion auf das Wesentliche - das ist der Weg, den die Iron geht. Die Brems- und Rücklicht sind in die hinteren Blinker integriert, der knappe Heckfender gibt deshalb sehr schnörkellos den Blick auf den 150 Millimeter breiten Hinterreifen frei, über dem normalerweise ein einsamer Reiter im recht harten Gestühl thront: Die 883 wird mit einem Solo-Sitz ausgeliefert. Auch der nicht abschließbare Tankdeckel entspricht der Idee, Überflüssiges gar nicht erst zu verbauen. Im Preis von 7 990 Euro sind folglich viele Details enthalten - die schlicht nicht vorhanden sind. Dem Charakter der Iron 883 tut dies keinen Abbruch: Schwarzmalerei kann eben auch viel Freude machen. Heiko P. Wacker/mid

Teststeno Harley-Davidson Sportster Iron 883:
Custom-Bike mit luftgekühltem V2-Motor, zwei Ventile pro Zylinder, 883 ccm Hubraum, Leistung 39 kW/53 PS bei 5 900 U/min, max. Drehmoment 70 Nm bei 3 750 U/min, elektronische Einspritzung, Fünfganggetriebe, Sitzhöhe 64,3 Zentimeter, Tankinhalt 12,5 Liter, Leergewicht 260 Kilogramm, Zuladung 194 Kilogramm, Höchstgeschwindigkeit 170 km/h, Verbrauch 5,3 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer; Preis: 7 990 Euro.
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